„Wie viel sollten wir für Content ausgeben?“ Diese Frage bekomme ich regelmäßig gestellt, und meine ehrliche Antwort lautet: Das kommt darauf an. Das klingt unbefriedigend, ist aber die Wahrheit. Ein Restaurant mit einem Standort hat andere Bedürfnisse als ein Händler mit Onlineshop, ein Festival andere als eine Kanzlei. Eine pauschale Summe würde dir deshalb wenig helfen, wenn du dein Marketing-Budget für Content planst.
Was dir dagegen hilft, ist eine klare Logik, nach der du die Mittel verteilst. Wer weiß, welche Bausteine Priorität haben und wo sich Investitionen langfristig auszahlen, trifft bessere Entscheidungen, unabhängig davon, wie groß das Budget am Ende ist.
In diesem Beitrag zeige ich dir, wie ich mit meinen Kund*innen an das Thema herangehe.
Erst das Ziel, dann das Budget
Der häufigste Fehler bei der Budgetplanung ist, mit der Summe anzufangen. Sinnvoller ist der umgekehrte Weg: Was willst du in den nächsten zwölf Monaten erreichen? Mehr Anfragen, mehr Bewerbungen, mehr Besucher*innen bei einem Event, eine stärkere Marke? Aus dem Ziel ergibt sich, welche Inhalte du brauchst, und daraus, wofür du Budget einplanen solltest.
Ein Unternehmen, das dringend Fachkräfte sucht, braucht vielleicht vor allem authentische Bilder und Videos aus dem Arbeitsalltag. Ein Laden, der neu eröffnet, braucht eher einen starken Grundstock an Bildern für Website, Google und Social Media. Je klarer das Ziel, desto leichter fällt die Verteilung.
Die drei Ebenen eines Content-Budgets
Ich teile Content-Budgets gerne in drei Ebenen ein. Diese Logik hilft, Prioritäten zu setzen, ohne sich in Einzelposten zu verlieren.
1. Fundament: Inhalte, die lange halten
Dazu gehören hochwertige Fotos von Team, Räumen und Produkten, eine durchdachte Bildsprache und Inhalte für die Website. Diese Investitionen wirken über Monate oder sogar Jahre. Sie sollten im Zweifel immer zuerst kommen, weil alles andere darauf aufbaut.
2. Laufender Content: Inhalte, die regelmäßig gebraucht werden
Social-Media-Beiträge, Reels, Stories, Newsletter. Diese Inhalte haben eine kürzere Lebensdauer, sind aber für Sichtbarkeit entscheidend. Weil einzelne Beiträge schnell aus dem Blickfeld verschwinden, braucht laufender Content Kontinuität, und damit einen festen Platz im Budget.
3. Anlässe: Inhalte für besondere Momente
Eröffnungen, Events, Produktlaunches, Jubiläen. Hier lohnt es sich, gezielt Budget einzuplanen, weil solche Anlässe oft viel Material auf einmal liefern, das später weiterverwendet werden kann.
Wofür sich Investitionen wirklich lohnen
Aus meiner Erfahrung gibt es einige Bereiche, in denen sich Investitionen fast immer auszahlen:
- Professionelle Basisbilder: Sie prägen den ersten Eindruck auf allen Kanälen und werden über lange Zeit genutzt.
- Konzept und Planung: Eine gute Strategie verhindert, dass Budget in Inhalte fließt, die am Ende niemand einsetzt.
- Bewegtbild: Reels sind auf vielen Plattformen ein zentrales Format. Wer sie gut umsetzt, erreicht neue Menschen.
- Kombinierte Produktionen: Wenn Fotos und Videos an einem Termin entstehen, spart das Organisation und Zeit.
- Wissen im Team: Ein Workshop, nach dem dein Team selbst bessere Alltagsinhalte erstellt, wirkt weit über den Tag hinaus.
Eigenleistung oder Profi?
Ein Teil deines Content-Budgets ist immer auch Zeit, deine eigene oder die deines Teams. Deshalb lohnt sich die Frage, welche Inhalte du selbst erstellen kannst und wo professionelle Unterstützung mehr bringt. Spontane Stories, schnelle Einblicke in den Alltag oder kurze Ankündigungen kannst du gut selbst übernehmen. Das Fundament deiner Marke, also Bildsprache, zentrale Fotos und aufwendigere Videos, profitiert dagegen von Erfahrung und professioneller Ausrüstung.
Eine sinnvolle Aufteilung sieht oft so aus: Profis legen den Grundstock und produzieren zu wichtigen Anlässen, dein Team ergänzt im Alltag. Damit das gut funktioniert, hilft es, wenn alle wissen, worauf es ankommt. Genau dafür gibt es Social-Media-Workshops, in denen dein Team lernt, Alltagsinhalte passend zur Marke umzusetzen.
Wo du eher sparen kannst
Genauso wichtig wie die Frage, wo sich Investitionen lohnen, ist die Frage, wo du zurückhaltender sein kannst. Typische Bereiche sind:
- zu viele Kanäle gleichzeitig, lieber zwei gut bespielen als fünf halbherzig
- aufwendige Einzelproduktionen ohne Plan, wie die Inhalte danach weiterverwendet werden
- Trends, die nicht zu deiner Marke passen, nur weil sie gerade überall zu sehen sind
- Stockbilder für zentrale Seiten, die deine Marke austauschbar machen
Bei Festivals und Events erlebe ich oft, wie viel Material an einem einzigen Tag entsteht. Wer das von Anfang an mitdenkt, kann aus einer Produktion Inhalte für viele Wochen gewinnen. Das ist eine der effektivsten Arten, ein Content-Budget zu strecken.
Eine einfache Verteilungslogik für dein Budget
Wenn du dein Budget planst, kannst du diese Reihenfolge als Orientierung nutzen:
- Fundament prüfen: Gibt es aktuelle, hochwertige Bilder für Website und Profile? Wenn nicht, hat das Vorrang.
- Kontinuität sichern: Plane einen festen Anteil für laufenden Content ein, den du über das Jahr verteilst.
- Anlässe einplanen: Markiere die wichtigsten Termine im Jahr und reserviere gezielt dafür.
- Puffer lassen: Spontane Gelegenheiten kommen immer, ein kleiner Spielraum hilft, sie zu nutzen.
- Regelmäßig auswerten: Schau dir an, welche Inhalte wirken, und verschiebe Budget dorthin.
Wie groß die einzelnen Anteile sind, hängt von deinem Ziel, deiner Branche und deinem Ausgangspunkt ab. Genau das klären wir gemeinsam in einer Beratung zur Marketingstrategie und zum Content-Budget.
Häufige Fragen
Gibt es eine Faustregel, wie viel Budget in Content fließen sollte?
Eine seriöse pauschale Regel gibt es nicht, weil Ziele, Branchen und Ausgangslagen zu unterschiedlich sind. Sinnvoller ist es, vom Ziel aus zu planen und Prioritäten festzulegen.
Soll ich lieber ein großes Shooting oder viele kleine planen?
Für das Fundament ist ein größeres, gut geplantes Shooting oft effizienter. Für laufenden Content können kleinere, regelmäßige Termine sinnvoll sein. Häufig ist eine Kombination die beste Lösung.
Wie bekomme ich ein Angebot für meine Content-Produktion?
Erzähl mir kurz, was du vorhast, welche Kanäle du bespielst und welche Anlässe anstehen. Auf dieser Basis bekommst du ein individuelles Angebot, das zu deinem Budget und deinen Zielen passt.
Budget mit Plan statt Bauchgefühl
Ein Content-Budget wirkt am besten, wenn es einer klaren Logik folgt: erst das Fundament, dann Kontinuität, dann Anlässe. Wenn du dein Budget gemeinsam mit mir planen möchtest, schau dir meine Marketingstrategie an und meld dich, wir finden heraus, wo dein Geld am meisten bewirkt.



