Hochformat, Querformat, Quadrat: Welches Format für welchen Kanal

Ein Video kann inhaltlich großartig sein und trotzdem nicht funktionieren, einfach weil es im falschen Format läuft. Ein Querformat-Clip im Instagram-Feed schrumpft zu einem schmalen Streifen, ein Hochformat Video auf YouTube bekommt links und rechts schwarze Balken. Das Seitenverhältnis entscheidet mit darüber, wie viel Platz dein Inhalt auf dem Bildschirm bekommt.

Gerade wer mehrere Kanäle bespielt, steht immer wieder vor der Frage: Welches Format brauche ich wofür? Ich gebe dir hier einen Überblick über die gängigen Seitenverhältnisse, zeige, wo sie eingesetzt werden, und erkläre, wie du schon beim Dreh dafür sorgst, dass dein Material für mehrere Formate taugt.

Warum das Format über die Wirkung entscheidet

Die meisten Menschen nutzen Social Media auf dem Smartphone, und halten es dabei aufrecht. Ein Format, das den Bildschirm füllt, bekommt mehr Aufmerksamkeit als eines, das nur einen Teil davon nutzt. Gleichzeitig gibt es Situationen, in denen das Querformat klar im Vorteil ist: auf der Website, am Laptop, auf Bildschirmen bei Events oder in Präsentationen.

Die vier Seitenverhältnisse, die du kennen solltest:

  • 9:16, Hochformat, füllt den Smartphone-Bildschirm komplett
  • 4:5, leichtes Hochformat, Standard für den Instagram-Feed
  • 1:1, Quadrat, der Klassiker aus den Anfangstagen von Instagram
  • 16:9, Querformat, wie beim Fernsehen, auf YouTube und am Computer

Hochformat Video in 9:16: Reels, TikTok, Stories und Shorts

Das Hochformat im Seitenverhältnis 9:16 ist heute das wichtigste Format für Social-Media-Videos. Instagram Reels, Instagram- und Facebook-Stories, TikTok und YouTube Shorts sind alle darauf ausgelegt. Ein 9:16-Video nutzt den gesamten Bildschirm und wirkt dadurch unmittelbar und nah.

Wichtig beim Hochformat sind die sogenannten Safe Zones. Am unteren Rand blenden die Plattformen Caption, Profilname und Musik ein, rechts liegen die Buttons für Likes, Kommentare und Teilen. Texte, Logos und Gesichter gehören deshalb in den mittleren Bereich des Bildes. Ich prüfe jeden Schnitt vor dem Export noch einmal mit einer Vorschau der Plattform-Oberfläche, das erspart böse Überraschungen.

Hochformat verändert auch die Bildgestaltung. Im 9:16-Format ist wenig Platz in der Breite, dafür viel in der Höhe. Menschen wirken präsent, wenn sie nah aufgenommen werden; weite Landschaften oder große Gruppen kommen dagegen schlechter zur Geltung. Beim Filmen auf Events achte ich deshalb darauf, Szenen bewusst hochkant aufzulösen: lieber mehrere nahe Einstellungen nacheinander als eine breite Totale, die im Hochformat nicht funktioniert.

4:5 für den Instagram-Feed

Für Fotos und Karussells im Instagram-Feed ist 4:5 das Format der Wahl. Es ist leicht hochkant, nimmt im Feed mehr Platz ein als ein Quadrat und funktioniert sowohl für Einzelbilder als auch für Bildstrecken.

Ein Detail, das du kennen solltest: Instagram zeigt in der Profilansicht die Vorschaubilder inzwischen im Verhältnis 3:4 statt quadratisch an. Ein 4:5-Bild wird dort an den Seiten leicht beschnitten. Halte wichtige Elemente deshalb eher mittig, damit sie auch im Raster gut aussehen.

Auch Reels werden im Profilraster als Vorschau beschnitten. Das Titelbild eines Reels sollte daher so gestaltet sein, dass Text und Motiv auch im kleineren Ausschnitt erkennbar bleiben.

1:1, das Quadrat ist nicht tot

Das quadratische Format hat auf Instagram an Bedeutung verloren, ist aber keineswegs überflüssig. Es eignet sich gut für:

  • Beiträge auf LinkedIn und Facebook, wo Quadrat und leichtes Hochformat im Feed gut funktionieren
  • Werbeanzeigen, die auf mehreren Plattformen gleichzeitig laufen
  • Grafiken, Zitate und Infokarten mit klarer, zentrierter Gestaltung
  • Produktbilder, etwa im Onlineshop

Der Vorteil des Quadrats: Es ist ein guter Kompromiss, wenn ein Motiv auf vielen Kanälen ohne große Anpassung laufen soll.

16:9, das Querformat für Website, YouTube und Bildschirme

Das klassische Querformat im Verhältnis 16:9 ist überall dort Standard, wo Inhalte auf breiten Bildschirmen geschaut werden: YouTube-Videos, Imagefilme auf der Website, Präsentationen, Bildschirme im Laden oder auf Veranstaltungen. Auch Header-Bilder auf Websites sind meist querformatig angelegt.

Auf LinkedIn ist Querformat ebenfalls möglich, wobei hochformatige und quadratische Videos im mobilen Feed mehr Fläche bekommen. Wer LinkedIn vor allem mobil bespielt, fährt mit 1:1 oder 4:5 oft besser.

Übersicht: Welches Format für welchen Kanal?

  • Instagram Reels: 9:16
  • Instagram und Facebook Stories: 9:16
  • TikTok: 9:16
  • YouTube Shorts: 9:16
  • Instagram-Feed (Fotos und Karussells): 4:5, alternativ 1:1
  • LinkedIn-Feed: 1:1 oder 4:5, Querformat möglich
  • Facebook-Feed: 4:5 oder 1:1
  • YouTube-Videos: 16:9
  • Website, Präsentationen, Screens: 16:9

Plattformen passen ihre Darstellungen immer wieder an. Es lohnt sich deshalb, vor größeren Produktionen kurz die aktuellen Vorgaben zu prüfen.

Ein Dreh, mehrere Formate: So planst du richtig

Zum Glück musst du nicht für jedes Format einen eigenen Dreh organisieren. Mit etwas Planung lässt sich aus einem Termin Material für alle Kanäle gewinnen.

  1. Kläre vorab die Hauptverwendung: Wenn Reels im Mittelpunkt stehen, drehe ich hochkant. Steht ein Imagefilm für die Website im Fokus, quer.
  2. Lass Raum für den Zuschnitt: Wer in hoher Auflösung und mit etwas Abstand zum Motiv dreht, kann später aus einem Querformat-Clip einen Hochformat-Ausschnitt machen.
  3. Motive mittig halten: Je zentraler das Wichtige im Bild ist, desto flexibler bist du beim Zuschneiden.
  4. Schlüsselszenen doppelt aufnehmen: Besonders wichtige Momente filme oder fotografiere ich in beiden Ausrichtungen.

Genau so gehe ich bei meiner Content-Produktion für Reels, Feed und Website vor: Erst klären wir, wo die Inhalte laufen sollen, dann planen wir den Dreh danach. Wer Fotos braucht, findet mehr dazu auf der Seite zur Fotografie.

Häufige Fragen

Kann ich ein Hochformat-Video auch auf YouTube hochladen?

Ja. Kurze Hochformat-Videos laufen auf YouTube als Shorts. Für klassische, längere YouTube-Videos ist 16:9 aber weiterhin das passende Format.

Welches Format ist das beste für Instagram?

Für Reels und Stories 9:16, für Fotos und Karussells im Feed 4:5. Das Quadrat funktioniert weiterhin, nutzt aber weniger Fläche.

Verliere ich Qualität, wenn ich Videos nachträglich zuschneide?

Das hängt von der Auflösung des Ausgangsmaterials ab. Wer in hoher Auflösung dreht, kann ohne sichtbaren Qualitätsverlust zuschneiden. Bei niedriger Auflösung wird das Bild schnell unscharf.

Das richtige Format von Anfang an

Wer die Formate kennt und den Dreh danach plant, spart sich viel Nacharbeit und holt aus jedem Termin mehr heraus. Wenn du Unterstützung bei der Planung und Produktion für deine Kanäle suchst, melde dich gern. Alle Infos findest du auf meiner Seite zur Content-Produktion, und wenn du magst, telefonieren wir kurz.