Eine gute Pressemitteilung ohne passendes Bild hat es schwer. Redaktionen arbeiten unter Zeitdruck, und wenn sie sich zwischen zwei Meldungen entscheiden müssen, gewinnt oft die mit dem besseren Foto. Pressefotos für Unternehmen sind deshalb kein nettes Extra, sondern ein Werkzeug, das über die Sichtbarkeit deiner Nachricht mitentscheidet.
Ich fotografiere seit über zehn Jahren Events und arbeite für Kund*innen wie den FC Bayern München, Tollwood und Paulaner. Dabei habe ich immer wieder erlebt, wie unterschiedlich Bilder in Medien landen, und woran es liegt, wenn sie es nicht tun. Im Folgenden geht es darum, worauf Redaktionen achten und wie du deine Pressefotos so vorbereitest, dass sie gern genommen werden.
Die Grundidee ist einfach: Mach es den Redakteur*innen so leicht wie möglich. Jede Rückfrage, jede fehlende Info und jede unpassende Datei erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass dein Bild nicht erscheint.
Was Pressefotos für Unternehmen leisten müssen
Ein Pressefoto hat eine andere Aufgabe als ein Werbebild. Es soll eine Nachricht illustrieren, nicht verkaufen. Redaktionen suchen deshalb Bilder, die informativ, glaubwürdig und journalistisch nutzbar sind. Übertrieben inszenierte Werbemotive mit Logos im Vordergrund werden häufig aussortiert.
Gute Pressefotos zeigen Menschen, Handlung und Kontext. Ein Porträt der Geschäftsführerin im eigenen Betrieb ist für eine Redaktion meist wertvoller als ein perfekt ausgeleuchtetes Produkt vor weißem Hintergrund, es sei denn, die Meldung dreht sich genau um dieses Produkt.
Diese Motive gehören in deinen Pressebereich
Viele Anlässe für Pressearbeit lassen sich vorhersehen. Mit einem gut gepflegten Bildarchiv bist du vorbereitet, wenn eine Anfrage kommt. Diese Motive solltest du parat haben:
- Porträts der Geschäftsführung und Sprecher*innen: aktuell, in guter Qualität, im Hoch- und im Querformat
- Bilder des Unternehmens: Außenansicht, Arbeitsräume, Produktion, Verkaufsfläche
- Menschen bei der Arbeit: authentische Situationen, die zeigen, was ihr tut
- Produkte: freigestellt und im Einsatz
- Logo: in verschiedenen Dateiformaten, für den Fall, dass es gebraucht wird
- Eventbilder: zeitnah nach Veranstaltungen, Eröffnungen oder Jubiläen
Technische Anforderungen, die Redaktionen erwarten
Ein Bild kann inhaltlich perfekt sein und trotzdem scheitern, weil die Datei nicht passt. Achte auf diese Punkte:
- Hohe Auflösung: Für Print braucht es deutlich mehr Auflösung als für Online. Stelle die Bilder in voller Qualität zur Verfügung und biete zusätzlich eine kleinere Webversion an.
- Quer- und Hochformat: Online-Medien nutzen oft Querformate, Magazine und Social Media auch Hochformate. Biete wichtige Motive in beiden Varianten an.
- Freiraum im Bild: Etwas Luft um das Motiv erlaubt Redaktionen, das Bild passend zu beschneiden oder Text darüber zu setzen.
- Keine Wasserzeichen: Pressefotos mit Logos oder Wasserzeichen im Bild werden häufig nicht genutzt.
- Dezente Bearbeitung: Natürliche Farben und keine übertriebene Retusche. Redaktionen wollen glaubwürdige Bilder.
Bildunterschrift, Credits und Rechte
Zu jedem Pressefoto gehört eine kurze Bildbeschreibung. Wer ist zu sehen, in welcher Funktion, wo und bei welchem Anlass? Namen bitte immer in der Reihenfolge von links nach rechts angeben. Diese Informationen sparen Redaktionen Rückfragen und verhindern Fehler.
Ebenso wichtig ist der Credit, also die Angabe, wer das Bild gemacht hat. Gib ihn so an, wie er abgedruckt werden soll. Und kläre vorab, dass die Bilder für die redaktionelle Nutzung freigegeben sind. Das betrifft einerseits die Nutzungsrechte, die du mit deiner Fotografin oder deinem Fotografen vereinbart hast, eine Weitergabe an Medien sollte ausdrücklich enthalten sein. Andererseits müssen auch die abgebildeten Personen mit der Veröffentlichung einverstanden sein. Diese Hinweise sind allgemein gehalten und ersetzen keine Rechtsberatung.
Wie Nutzungsrechte bei Fotografie-Aufträgen geregelt werden, bespreche ich mit meinen Kund*innen immer schon im Angebot, gerade wenn klar ist, dass Bilder auch an die Presse gehen sollen.
Personen im Bild richtig vorbereiten
Gerade bei Porträts für die Pressearbeit lohnt sich eine kurze Vorbereitung. Die abgebildeten Personen sollten wissen, wofür das Bild gedacht ist, und sich in ihrer Kleidung wohlfühlen. Ich fotografiere solche Porträts am liebsten im eigenen Umfeld der Person, also im Büro, in der Werkstatt oder im Laden. Das erzählt mehr als ein neutraler Hintergrund und gibt Redaktionen Kontext. Plane außerdem Varianten ein: ernst und freundlich, nah und etwas weiter, mit und ohne Umgebung. So kann jede Redaktion das Bild wählen, das zum Ton ihres Beitrags passt.
Schnelligkeit bei Events
Bei Veranstaltungen zählt Tempo. Eine Eröffnung, eine Preisverleihung oder ein Jubiläum ist für Medien vor allem am selben Tag oder am nächsten Morgen interessant. Wer erst eine Woche später Bilder schickt, kommt meist zu spät.
Bei Events lohnt sich eine einfache Absprache: Ich liefere eine kleine Auswahl der wichtigsten Motive noch während oder direkt nach der Veranstaltung, die ausführliche Serie folgt später. So kann deine Pressestelle sofort reagieren, und die Bilder sind frisch, wenn das Interesse am größten ist.
So stellst du Pressefotos bereit
Am besten richtest du einen festen Pressebereich auf deiner Website ein, in dem Bilder, Logos und Bildunterschriften gebündelt zum Download bereitstehen. Ergänzend kannst du in Pressemitteilungen einen direkten Download-Link angeben, statt große Dateien per Mail zu verschicken. Volle Postfächer und abgelehnte Anhänge sind ein häufiger Grund, warum Bilder gar nicht erst ankommen.
Sortiere die Dateien sinnvoll und benenne sie verständlich, zum Beispiel mit Name, Anlass und Datum. Das klingt banal, hilft aber enorm, wenn jemand unter Zeitdruck das richtige Bild sucht.
Häufige Fragen
Kann ich Bilder vom Smartphone als Pressefotos verwenden?
Für schnelle Online-Meldungen kann das reichen. Für Print, Porträts und wichtige Anlässe sind professionelle Bilder mit hoher Auflösung und gutem Licht klar im Vorteil.
Wie viele Bilder sollte ich einer Pressemitteilung beifügen?
Eine kleine, gut ausgewählte Auswahl ist besser als eine riesige Galerie. Biete die stärksten Motive an und verlinke für weitere Bilder auf deinen Pressebereich.
Müssen Pressefotos immer aktuell sein?
Porträts und Unternehmensbilder sollten den aktuellen Stand zeigen. Veraltete Bilder wirken schnell unprofessionell und führen im schlimmsten Fall zu Verwechslungen.
Bilder, die Redaktionen überzeugen
Mit guten Pressefotos erhöhst du die Chance, dass deine Nachricht gesehen wird. Wenn du Porträts, Unternehmensbilder oder Eventfotos für deine Pressearbeit brauchst, findest du alle Infos auf meiner Seite zur Fotografie für Unternehmen und Events. Schreib mir, und wir planen gemeinsam, welche Bilder du brauchst.



