Arme verschränkt, Lächeln eingefroren, alle in einer Reihe vor der weißen Wand: So sehen viele Teamfotos von Unternehmen aus. Technisch ist daran nichts falsch. Nur erzählen solche Bilder nichts darüber, wie es sich anfühlt, in diesem Team zu arbeiten. Und genau das wollen Kund*innen, Partner*innen und vor allem Bewerber*innen wissen, wenn sie auf eurer Website landen.
Natürliche Mitarbeiterbilder sind kein Zufallsprodukt. Sie entstehen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und sich die Menschen vor der Kamera wohlfühlen. Ich fotografiere seit vielen Jahren Teams, Veranstaltungen und Menschen bei der Arbeit, und habe dabei ein paar Dinge gelernt, die fast immer funktionieren. Hier sind meine neun wichtigsten Tipps.
Warum natürliche Teamfotos fürs Unternehmen so viel bewirken
Teamfotos sind oft das erste echte Gesicht eines Unternehmens. Auf der Karriereseite entscheiden sie mit darüber, ob sich jemand vorstellen kann, dazuzugehören. In Social Media zeigen sie, dass hinter einer Marke Menschen stehen. Steife Bilder senden dabei unfreiwillig eine Botschaft: Hier ist alles ein bisschen förmlich und distanziert. Lockere, ehrliche Aufnahmen dagegen machen neugierig und schaffen Vertrauen, bevor überhaupt jemand ein Wort gewechselt hat.
Vor dem Shooting: Die Basis schaffen
1. Das Team früh einbinden
Nichts sorgt für mehr Anspannung als eine Rundmail am Vortag: „Morgen kommt der Fotograf.“ Erklär deinem Team frühzeitig, wofür die Bilder gebraucht werden und warum sie wichtig sind. Wer den Sinn versteht, macht lieber mit. Und wer nicht fotografiert werden möchte, kann das rechtzeitig sagen, auch das gehört zu einem respektvollen Umgang.
2. Zeitfenster statt Massenabfertigung
Wenn alle gleichzeitig vor einem Raum warten, entsteht Druck. Besser ist ein Plan mit festen Zeitfenstern pro Person oder Abteilung. So kann jede*r normal weiterarbeiten und kommt entspannt zum Termin.
3. Kleidung locker abstimmen
Uniformität ist nicht das Ziel, aber eine grobe Farbabsprache hilft enorm. Gedeckte Töne, keine großen Logos, keine sehr kleinteiligen Muster. Wichtiger als das perfekte Outfit ist allerdings, dass sich alle wohlfühlen. Wer sonst im Hoodie arbeitet, muss für das Foto keinen Anzug tragen.
Während des Shootings: Lockerheit statt Pose
4. Im echten Arbeitsumfeld fotografieren
Ich fotografiere grundsätzlich bei meinen Kund*innen vor Ort. Der eigene Schreibtisch, die Werkstatt oder die Küche, in der sich alle zum Kaffee treffen, geben Halt. Menschen bewegen sich dort natürlicher als vor einer fremden Kulisse, und die Bilder zeigen ganz nebenbei, wie euer Arbeitsplatz aussieht.
5. Beschäftigung statt Stillstehen
Die meisten Menschen wissen nicht, wohin mit ihren Händen. Gib ihnen etwas zu tun: einen Kaffee halten, ein Werkzeug benutzen, gemeinsam auf einen Bildschirm schauen, etwas erklären. Aus einer Pose wird so eine Situation, und die Körperhaltung entspannt sich fast von allein.
6. Reden, reden, reden
Sobald ein Gespräch läuft, vergessen die Leute die Kamera, das erlebe ich bei fast jedem Shooting. Ich frage nach dem letzten Projekt, dem Wochenende oder dem lustigsten Moment im Büro. Das echte Lachen, das daraus entsteht, lässt sich nicht anordnen. Auch Kolleg*innen hinter der Kamera können helfen, solange sie nicht kommentieren, sondern einfach für gute Stimmung sorgen.
Das Gruppenbild: Mehr als eine Aufstellung
7. Ebenen und Nähe nutzen
Eine schnurgerade Reihe wirkt schnell wie ein Klassenfoto. Spannender wird es, wenn Menschen auf unterschiedlichen Höhen stehen, sitzen oder sich anlehnen. Treppen, Sofas oder ein großer Tisch sind dafür ideal. Etwas Nähe zwischen den Personen sorgt dafür, dass das Team auch auf dem Bild wie ein Team wirkt.
8. Bewegung zulassen
Ein paar Aufnahmen, bei denen das Team aufeinander zugeht, gemeinsam lacht oder sich unterhält, bringen Leben in die Serie. Nicht jedes Bild davon wird perfekt, aber meistens ist genau dort der Favorit dabei. Ich arbeite hauptsächlich mit vorhandenem Licht und bewege mich mit, statt alle an einen festen Punkt zu stellen.
9. Serien statt Einzelbilder denken
Ein einziges Gruppenfoto reicht selten. Plane lieber eine kleine Serie: das große Teambild, Abteilungsbilder, Porträts und ein paar Detailaufnahmen aus dem Alltag. Mit einheitlichem Bildlook, bei mir in Lightroom bearbeitet, passen diese Bilder später auf Website, Karriereseite und Social Media zusammen.
Kurze Checkliste für den Shooting-Tag
Damit am Tag selbst nichts schiefgeht, hilft eine kleine Liste, die du vorher einmal durchgehst:
- Zeitplan an alle verschickt und eine Ansprechperson benannt
- Räume aufgeräumt, Kabel und Kartons aus dem Bild geräumt
- Kolleg*innen informiert, in welchen Bereichen fotografiert wird
- Getränke und ein Spiegel in der Nähe
- Liste der gewünschten Motive: Gruppe, Abteilungen, Porträts, Alltagsszenen
Was du nach dem Shooting beachten solltest
Gib deinem Team die Möglichkeit, bei der Auswahl der eigenen Porträts mitzureden. Das stärkt das Vertrauen und sorgt dafür, dass niemand ungern auf der Website steht. Kläre außerdem intern, was mit Bildern passiert, wenn jemand das Unternehmen verlässt. Das ist ein rechtliches Thema, zu dem dieser Beitrag keine Rechtsberatung ersetzt, eine klare Absprache im Vorfeld erspart aber viel Ärger.
Wenn du dir Unterstützung bei Planung und Umsetzung wünschst, findest du auf meiner Seite zur Unternehmensfotografie in München mehr über meine Arbeitsweise. Und wenn die Bilder vor allem für Social Media gedacht sind, lohnt sich ein Blick auf meine Content-Produktion, bei der Fotos und Reels zusammen entstehen.
Häufige Fragen
Was mache ich mit Mitarbeitenden, die nicht fotografiert werden wollen?
Respektiere die Entscheidung. Niemand sollte zu einem Foto gedrängt werden. Oft hilft ein offenes Gespräch über den Zweck der Bilder, oder die Person ist nur in Gruppenaufnahmen von hinten oder in Detailbildern zu sehen.
Wie bekomme ich neue Kolleg*innen später ins gleiche Bilderset?
Wenn Licht, Location und Bildlook beim ersten Shooting dokumentiert werden, lassen sich Nachzügler*innen später gut ergänzen. Ein fester Ort im Büro, an dem die Porträts entstehen, macht das deutlich einfacher.
Brauchen wir für Teamfotos einen ganzen Tag?
Das hängt von der Teamgröße und der Anzahl der gewünschten Motive ab. Im Vorgespräch klären wir, was ihr braucht, und planen den Zeitrahmen so, dass der Arbeitsalltag möglichst wenig gestört wird.
Lass uns euer Team zeigen
Natürliche Teamfotos fürs Unternehmen sind eine Investition in eure Außenwirkung und in euer Employer Branding. Wenn ihr Bilder wollt, auf denen sich euer Team wiedererkennt, melde dich bei mir. Erzähl mir, wie euer Team tickt, dann überlegen wir gemeinsam, wie das Shooting aussehen kann. Alle Infos findest du unter Fotografie für Teams und Unternehmen.



